Paleo Lifestyle

Was ist Paleo?

Paleo (oder auf deutsch Paläo – von Paläolithikum) bezieht sich auf die Lebensweise der Steinzeit, also die Zeit bevor Menschen anfingen Getreide anzubauen, Tiere zu halten und in Städten zu wohnen. Unsere Vorfahren lebten meist nomadisch in kleinen Gruppen als Jäger und Sammler. Paleo Lifestyle orientiert sich an dieser Lebensweise – was jetzt aber nicht bedeutet dass wir in Höhlen leben, Großwild jagen und überall nach essbaren Wurzeln graben. Mammuts sind ausgestorben, ich bin leider nicht so gut darin essbare Wurzeln von giftigen zu unterscheiden und in der Höhle war das WLAN so grottenschlecht dass ich sofort wieder ausgezogen bin.

Warum ist Paleo Ernährung besser

Besser als was? Tiefkühlpizza? Vollkornbrot mit Margarine und fettfreiem Gouda? Chili con Carne aus der Konservendose? Ja, Ja und Ja!

Das meiste was wir heute in den Regalen im Supermarkt sehen ist industriell verarbeitet (meine einfache Grundregel: alles was verpackt ist musste vorher durch eine Fabrik geschleust werden). Industrielle Nahrung ist grundsätzlich durch die Verarbeitung nährstoffarmer als die Grundzutaten aus denen sie hergestellt wurden. Damit dein Körper optimal funktionieren kann braucht er aber viel mehr als nur Kalorien aus Kohlenhydraten – er braucht Mineralien, Spurenelemente und Vitamine.

 

Mal abgesehen davon dass dein Körper nicht mit dem Notwendigen versorgt wird gibt es auch Inhaltsstoffe die schädlich sind in Tiefkühlpizza, Vollkornbrot mit Käse und Chili. Die folgenden Lebensmittelgruppen sollte man meiden:

  • Getreide in jeglicher Form
  • Hülsenfrüchte
  • Milch und Milchprodukte
  • industriell raffinierte Samen/Pflanzenöle

Der minimalistische Paleo Einkaufszettel

Wenn ich keine Zeit habe für meinen Lieblingsmenschen einen ausführlichen Einkaufszettel zu schreiben (er erledigt netterweise einen Großteil der Einkäufe wenn ich arbeiten muss und hat sehr viel flexiblere Arbeitszeiten als ich) stehen nur 3-4 Sachen auf dem Zettel:

  • Obst
  • Gemüse
  • Fleisch

Gepaart mit dem Zusatz „Schau einfach was der Biohof als Eigene Ernte verkauft und mach den Korb voll“ (der Lieblingsmensch ist ein ganz toller Einkäufer und Koch – eigentlich braucht er so eine scherzhaft geschriebene Liste von mir gar nicht) hat man dann schon fast alles für eine vollausgestattete Paleo Küche: Obst und Gemüse aus Bio-Anbau, saisonal und regional plus Fleisch aus artgerechter Weidehaltung als Proteinquelle. Mit ein paar Gewürzen wird dann auch ein – essbarer – Schuh daraus: Fleisch garen, viel leckeres Gemüse und Gewürze dazu und als kleiner natursüßer Nachtisch etwas Obst. In der Kategorie REZEPTE könnt ihr ein paar Beispiele aus unserer Kochlöffel-führung finden.

Paleo Lifestyle – mehr als Ernährung

Jetzt – wo der Ernährungsanteil vom Paleo Lifestyle gegessen ist – kommen wir zu den Aspekten die leicht vergessen werden (die meisten Leute hängen sich am Verzicht von Getreide auf – ich kann aber doch nicht ohne meine Stulle am Morgen – und überhören dann gerne den Rest) aber für deine Gesundheit mindestens genauso wichtig sind:

  • Schlaf
  • Bewegung
  • Stressmanagement

Schlafen ist wichtig

Je mehr desto besser für dich. 8 Stunden sollten es ungefähr sein. Um deinen Schlaf so erholsam wie möglich zu halten sollte dein Schlafzimmer komplett abgedunkelt sein. Künstliche Lichtquellen (also alle Lichtquellen ausser der Sonne) bringen die Produktion von Melatonin durcheinander – das Hormon das dich einschlafen lässt und wichtig ist für einen ordentlichen Tag-Nacht-Rhythmus. Wenn du im Bett liegst und nicht einschlafen kannst oder den ganzen Tag über müde bist ohne richtig wach zu werden hängt wahrscheinlich der Melatoninspiegel in Schieflage.

Anstatt mit möglichst wenig Schlaf auskommen zu wollen sollten wir unserem Körper die Zeit für die Regeneration geben, die er braucht. Aktive Gesundheitsvorsorge fängt beim Ausschlafen an.

Sesselpupser aufgepasst – Sitzen ist tödlich

Mit der Einführung der Landwirtschaft wurde der Mensch „sesshaft“ – aus den dauernd umherlaufenden Nomaden wurden aber nicht sofort faule Sesselpupser. Das neue Leben als Bauer war immer noch von sehr viel harter, körperlicher Arbeit geprägt. Erst mit der industriellen Revolution Ende des 18ten Jahrhunderts nahmen uns die Maschinen den „harten, körperlichen“ Anteil der Arbeit ab.  Der Trend hieß vortan: die Maschinen machen den harten Teil und ich bediene hier ein paar Knöpfchen – jedenfalls vereinfacht. Heute sitzt ein Großteil mit dem Hintern auf dem Bürostuhl vor einem Computer. Wissensgesellschaft und so. Mit Nackenschmerzen, Bauchansatz und immer einem Schokoriegel in der Schublade. So ein Büroarbeiter kommt vielleicht jeden Tag nur auf 500 Schritte : Morgens ins Bad – sitzen aufm Klo. Duschen, Anziehen, Treppe runter und sitzend Frühstücken. Dann 10 Schritte zum Auto: wieder sitzen. Im Parkhaus des Arbeitgebers: 20 Schritte zum Aufzug, und dann sitzen – den ganzen Tag, unterbrochen von einer Pipi-Pause, dem Gang zum Cola-Automat und dann das gleiche rückwärts: zum Aufzug, zum Auto, sitzen, zuhause erst mal aufs Sofa – weil nach dem Arbeitstag muss ich erst mal vor dem Fernseher ausspannen.  Das denkbar ungünstigste Szenario –  bewegungstechnisch.

Sitzen will gelernt sein und deswegen fangen wir auch früh damit an: Kinder sollen bei Tisch ruhig sitzen, in Schule und Uni. Damit sind wir dann super für einen gutbezahlten Bürojob ausgestattet. Der natürliche Bewegungsdrang wird dem kleinen Zappel-Phillip durch Kohlenhydrat-Overload-Koma und Sanktionen gründlich ausgetrieben.

Natürlich gibts auch immer noch Berufe, die ohne einen Stuhl auskommen. Ich kenne einen Dachdecker, der hat zwar regelmäßig mit Dachstühlen zu tun, sitzt aber definitiv viel weniger bei der Arbeit als manch anderer. Maurer, Tischler, Gartenlehrer (heißt doch so, wenn man in einer Baumschule arbeitet, oder?) es gibt durchaus Tätigkeiten die man besser anti-sitzend verrichtet. Ich habe selber das Glück regelmäßig auf eine Schrittzahl von 20.000-30.000 durch meine Arbeit zu kommen, d.h. ich gehe etwa 15km am Tag. Mein Lieblingsmensch, der Alex, hat einen Steh-Arbeitsplatz für seinen Computer. Ist jedenfalls besser als zu sitzen.

„Sitzen ist das neue Rauchen“ war vor kurzem Trendthema in den Medien. Es geht aber um viel mehr als nur nicht sitzen. Es geht um richtige Bewegung und ein paar hübsche Muskelpakete (z.B. durch schwere Sachen hochheben und rumtragen… Großwild oder so was) bei dem Bewegungsaspekt von Paleo. Man kann natürlich auch in das andere Extrem verfallen und Chronic Cardio betreiben. Ist auch nicht unbedingt für jeden gut. Ein tolles Buch ist „Move your DNA“ von Katy Bowman. Katy erklärt warum und wie Bewegung essentiell wichtig für die Gesundheit unserer Gewebe ist – für den Abtransport von Zellausscheidungen und die Blutversorgung. Ausserdem lesen wir hier gerade „Starting Strength“ um unser Hanteltraining richtig an den Start zu bekommen. Da ist der Alex aber schon viel weiter im Thema als ich.

Wenn nicht sitzen – was dann?

Um unsere Sitzgelegenheiten hier zu Hause einzuschränken haben wir kein Sofa auf das wir abends sinken können. Wir haben uns erst zwei Tatami-Matten mit ner Menge Kissen auf den Boden gelegt, dann sind wir auf einen Schurwollteppich umgestiegen (auf den Tatami-Matten schlafen wir jetzt). Auf dem Teppich können wir hocken, auf dem Bauch oder der Seite liegen, im Schneidersitz sitzen… Und kein Scherz: Alex hat abends keine Nackenschmerzen mehr vom Im-Sofa-Versinken.

Wir haben unseren Mega-Esstisch für 6-8 Personen verkauft, mitsamt allen dazugehörigen Stühlen. Hatten wir eh nur selten zum Essen benutzt, war eher so ein Clutter-Magnet. Fürs Essen haben wir eine selbstgebaute Theke – Alex steht, ich sitze meist auf dem Barhocker. Auf dem Teppich kann man auch gut im Schneidersitz essen – ich bin ja gerne auf dem Boden.

Wir haben drei sehr niedrige runde Hocker aus Bananenstaudenfasern. Hier hock ich mich gerne hin zum Lesen. Ich muss noch am Squatten üben, und der Hocker hat echt die perfekte Höhe dafür.

Für Gäste haben wir einen gepolsterten Sessel und einen großen Hocker als alternative Sitzgelegenheit. Falls mal die Eltern kommen wollen wir sie nicht auf den Teppich schicken. Wird von uns beiden manchmal als Meerschweinchen-beobachtungsposten benutzt inklusive Füße hochlegen benutzt.

 Stress

Stress kann alles zunichte machen – die Hormone, die durch chronischen Stress erzeugt im System herumschwirren beeinflussen den gesamten Stoffwechsel. Stress auf Dauer macht dick und krank. Und hier sind keine regelmäßigen Erkältungen am Ende der Leine – Stress kann einen Menschen wirklich umbringen (Herzkrankheiten, hoher Blutdruck…bis hin zu Krebs).

Normalerweise kann der Körper durch das Hormon Serotonin kurzzeitigen Stress wieder normalisieren. Aber bei chronischem Stress kann der Körper nicht genug Serotonin ausschütten. Bei Serotoninmangel und gleichzeitig viel Stresshormonen (wie z.B. Cortisol) entsteht  eine wirklich üble Kombination – Chronisch gestresste Menschen leiden unter Müdigkeit/Schlafmangel, Heißhunger auf Fettiges und Süsses, Angstzuständen, und Reizbarkeit.

Stressmanagement

Was tun um aus dem gestressten Hamsterrad herauszuspringen?  Wir haben unseren Lifestyle geändert und sind Minimalisten geworden. Eine work-life Balance ist einfacher zu erreichen, wenn man durch eine Konsumdiät weniger arbeiten kann (weil man kein Geld für den ganzen unnötigen Kram ausgibt) und einfach mehr Zeit für die schönen, entspannten Dinge im Leben hat. Ein Job der Spass macht hilft natürlich auch beim Stressmanagement, denn wer will schon nur für die Wochenenden leben?

Ja, ich könnte mir mehr kaufen, wenn ich Vollzeit arbeiten würde, aber das würde mich mehr Zeit kosten, mehr stressen und mein Leben insgesamt auf ganz vielen Ebenen unglücklicher machen. Und ich hätte versuchen können nach meinem Studium Karriere zu machen, aber das hätte mich ganz sicher nicht glücklicher gemacht (eine Entscheidung die noch heute nicht von meinem familiären Umfeld vollständig verstanden wird).

Stress ist zu einem Großteil durch unsere Entscheidungen selbst verursacht. Genauso können wir Stress auch oft vermeiden.

Einfache Techniken

  • Massagen
  • Sport
  • positive Energie durch „Dankbarkeitsliste“
  • Meditation / Yoga

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