DIY – Zahnpasta / Deo

Hier ein super-duper einfaches Rezept für selbstgemachte Zahnpasta und/oder Deo. Minimalistisch und Zero Waste und viel besser als die ganzen industriellen Produkte der Kosmetikindustrie, die in den Drogerien die Regale füllen. Du brauchst nur 2 Zutaten:

Koksöl und Natriumhydrogencarbonat (in .de unter den Markennamen Kaiser Natron oder Bullrich Salz bekannt, im engl. Raum Baking Soda). Dazu noch ein verschließbarer Behälter – ich habe ein kleines Bügelglas genommen – und Löffel zum Abmessen und umrühren.

Erst mal Kokosöl ins Bügelglas, etwa 3 EL.

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Dann etwa die Hälfte der Menge an Baking Soda dazu, also 1,5EL.

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Das Glas im Wasserbad erwärmen, bis das Kokosöl anfängt sich zu verflüssigen.

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Ab da an: rühren, rühren, rühren. Und vielleicht nochmal etwas Baking Soda dazu. Ich selber nehme das ja nicht so genau mit den Mengenangaben und schütte meist frei nach Handgelenk. Während die Mischung abkühlt auch regelmäßig durchrühren, sonst sinkt das Banking Soda zu Boden.

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Wenn das Kokosöl ganz erkaltet ist, wird es fest. Im Hochsommer kann es je nach Temperatur auch verflüssigen. Da unsere Wohnung auch im Sommer relativ kühl bleibt hatten wir das nur in wirklichen Ausnahmefällen.

Zum Zähneputzen einfach mit dem Löffel etwas aus dem Glas kratzen (1/4 bis 1/2 TL), in den Mund nehmen und mit der Zahnbürste drüberputzen. Das Kokosöl wirkt dabei antibakteriell und ersetzt wahrscheinlich auch die Ölziehkur (vielleicht auch nicht, denn bei der Ölziehkur spült man ja relativ lange mit Öl den Mund aus). Das Baking Soda verstärkt die Putzbewegungen der Zahnbürste (ultrafeines Schleif/Poliermittel) und neutralisiert Säuren im Mund. An den salzigen Geschmack gewöhnt man sich übrigens nach ein paar Tagen. Mittlerweile finde ich normale Zahnpasta extrem süss und seltsam schäumend.

Zur Verwendung als Deo einfach eine kleine Menge (eine Fingerspitze pro Seite) unter den Achseln verteilen. Das Kokosöl schmilzt durch die Körperwärme und wirkt antibakteriell. Das Baking Soda wirkt in Verbindung mit Schweiß wieder mal leicht alkalisch und vermindert so Geruchsbildung.

Wir haben im Moment nur ein Glas KokosNatron im Badezimmer stehen – nicht weil wir so hardcore Minimalisten sind, sondern weil ich eher faul im Herstellungsprozess bin und wir nicht ganz so viele von den kleinen Bügelgläsern haben. Man könnte sonst natürlich zu jeder Mischung noch ätherische Öle dazugeben (z.B. Pfefferminz zur Zahnpasta oder Zitrone zum Deo). Aber die Grundmischung ist total universal, was ich super finde. Wir benutzen es beide zum Zähneputzen, Alex auch als Deo.

Und weil mein süßer Lieblingsmensch der wirkliche Experte ist was die Verwendung als Deo anbelangt kommen jetzt seine Tipps:

  • Kokosöl allein hilft nicht gegen das unterm-Arm-Gemüffel, Natron muss schon mit dabei sein
  • Achseln rasieren. Je weniger Haare, desto weniger Platz für Müffel-Bakterien
  • funktioniert besser (geruchsmäßig) als jedes Deo das man kaufen kann (wirkt 1,5 bis 2 Tage ohne erneutes Auftragen gegen Achselgeruch)

Wenn ich das so lese sollte ich das wirklich auch mal als Deo ausprobieren. Ich war ja die ganze Zeit noch dabei meinen DeoKristall aufzubrauchen, aber der hält sich echt länger als ich dachte. Alex hatte ja vorher so ein verpackungsfreies Deo von Lush mit Patschuli Duft – schrecklich (er wurde von den Metall-Kollegen in der Agentur dafür auch immer ausgelacht). Ich finde alles was dolle riecht gaaaanz schlimm, da bin ich einfach sehr empfindlich.

Wenn das Glas leer ist dauert es etwa 10 Minuten neue Zahnpasta/Deo zu machen. Was mehr als 10 Minuten dauert ist hier den Beitrag zu schreiben. Weil der Rechner immer Koksöl und Banking Soda schreibt. What the heck? Bin ich hier in der Wall Street?

Post Scriptum:

Wir haben vor etwa 2 Jahren angefangen uns mit KokosNatron die Zähne zu putzen und für uns funktioniert es super (unsere Zähne sind gesund und munter). Aber wir sind keine Ärzte (oder hübsche Zahnarztfrauen aus der Werbung) – deswegen können wir keinen medizinischen Ratschlag geben. Viele Leute denken Baking Soda wäre viel zu abrasiv für den Zahnschmelz. Dazu hier eine Vergleichsstudie – Baking Soda ist gegen moderne Zahnpasten mit Mikroplastik und schleif-mich-tot-ich-will-weiße-Zähne-Zusätze meiner Meinung nach eher harmlos. (link)